Deutschland Deine Dynastien - Teil 9 "Die Haniels"
Die Geschichte der Haniels
Es ist 1756, als Jan Willem Noot in Ruhrort ein Lagerhaltungsgeschäft für Kolonialwaren gründet. Es ist 2006, als seine Nachfahren in einem Duisburger Theater mit Ministern, Ministerpräsidenten und Wirtschaftsführern das feiern, was aus diesem Geschäft hervorgegangen ist: den Weltkonzern Haniel mit über 800 Einzelfirmen – darunter Metro, Media Markt und Saturn. Das Unternehmen hat einen Jahresumsatz von 25 Milliarden Euro. Kaum einer kennt diese Familie. Dabei haben die Haniels 250 Jahre deutscher Wirtschaftsgeschichte vom Kolonialwarenhandel über die Schwerindustrie bis hin zum Handels- und Dienstleistungssektor überlebt und geprägt.
1808 übernehmen die Brüder Franz und Gerhard Haniel von ihrer Mutter, was Großvater Noot begonnen hat. Mit einem Schwager gründen sie eine Hüttengewerkschaft, die Vorgängerin der „Gutehoffnungshütte“ AG (GHH), das erste deutsche Montanunternehmen. Franz Haniel ist es auch, der mit aufwendigen Tiefenbohrungen einen Durchbruch in der Kohleförderung erzielt.
Aus der Gutehoffnungshütte in Oberhausen-Sterkrade wird 1873 die Aktiengesellschaft „Gutehoffnungshütte, Actienverein für Bergbau und Hüttenbetrieb“. Die Aktien halten die Nachkommen der vier Gründer. Die Familie wächst, sie verstreut sich zusehends und mit ihr ihre Interessen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts tritt das eherne Gesetz in Kraft, dass Familienangehörige im Unternehmen keine Posten erhalten.
Die Haniels verdienen dennoch gut und entwickeln sich zu einer der größten deutschen Unternehmerfamilien. Heute hat die Holding Franz Haniel & Cie. GmbH über 600 Gesellschafter. Acht Haniels kontrollieren im Aufsichtsrat ihre Manager. Die sollen ein Universum aus etwa 800 Einzelfirmen gut in die Zukunft bringen.
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