Caroline Brockmann, Dr. Susanne Eichholz-Klein
Branchenreport DISCOUNT
Die neue BBE-Discount-Studie umfasst folgende Themen:
Gedämpftes Wachstum: Nach einer lang anhaltenden Boomphase zeichnete sich im Jahr 2009 bei den Discountbetriebsformen erstmals ein leichter Rückgang ab. Damit ist das Gegenteil dessen eingetreten, was viele Marktexperten erwartet hatten, nämlich dass insbesondere die Lebensmittel-Discounter von der zunehmenden Preissensibilität der Verbraucher als Folge der Finanzkrise profitieren würden. Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Discount auch in Zukunft eine expandierende Vertriebsform bleiben wird. Nur wird sie nicht zu den alten Wachstumsraten zurückkehren; so die Autoren des Branchenreports DISCOUNT 2009/2010
Discountmüde Verbraucher? Die Gründe dafür sind jedoch nicht ausschließlich in einer Discountmüdigkeit der Verbraucher zu suchen, sondern auch in den starken Preissenkungen, die seit Beginn des Jahres 2009 toben. Nach Preissteigerungen im Jahr 2008, die auch von den Discountern mitgetragen oder sogar initiiert wurden, sind im Jahr 2009 über zehn Preissenkungsrunden eingeläutet worden. Gründe dafür werden im zunehmenden Konkurrenzkampf der Discounter untereinander gesehen. Der Hard Discounter des Lebensmittelmarktes hat anscheinend seine Wachstumsgrenze langsam erreicht. Bedingt durch die starke Discounterdichte fangen die Discounter gegenseitig an, sich Umsätze streitig zu machen.
Gute Voraussetzungen für Fachdiscounter: Diese konnte in den vergangenen Jahren stärker zulegen als die mit ihnen verwandten Fachmärkte. Dabei ist die Marktdurchdringung der Fachdiscounter recht unterschiedlich. In einigen Fällen scheinen die Fachdiscounter im Aufschwung, in anderen Fällen, wie im Falle der Drogeriemärkte und CE-Fachdiscounter ist jeweils nur noch ein Unternehmen als Fachdiscounter aktiv und Wachstumstreiber des Marktes sind mittlerweile die Pseudo-Discounter. Danach werden sich die Fachdiscounter insgesamt auch in Zukunft überdurchschnittlich gute behaupten können.
Die Partiediscounter haben sich besser entwickelt als der Handel im engeren Sinne. 1-Euro-Shops wachsen auf kleinem Niveau forciert. Das spiegelt die Prognose wider: Die 1-Euro-Shops werden hiernach weiterhin überdurchschnittlich gut wachsen. Mit ihrem Angebot stoßen sie zudem in eine Versorgungslücke und profitieren damit von der Wirtschaftskrise.
Die Lifestylediscounter Tchibo und Strauss Innovation dagegen sind an ihre Wachstumsgrenzen gestoßen. Grund ist die zunehmende Konkurrenz durch die Nonfood-Aktionswaren der Hard Discounter des Lebensmittelmarktes auf der einen Seite und der Pseudo-Discounter in den einzelnen Branchen auf der anderen Seite. Das Wachstum der Lifestylediscounter verlangsamt sich weiterhin.
Prognose 2015: Fasst man die Discountbetriebsformen zusammen, werden sie sich weiterhin positiv entwickeln können und in jedem Fall oberhalb der allgemeinen Handelsentwicklung liegen. Dennoch nähert sich die eine oder andere Form langsam der Sättigungsgrenze. In besonderem Maße gilt dies für die Hard Discounter des Lebensmittelmarktes, deren weiterer Expansion natürliche Grenzen gesetzt sind.
Umfang des Branchenreports DISCOUNT 2009/2010:
200 Seiten DIN A4 mit 110 Tabellen, Grafiken und Übersichten
Lieferformat: Print
